Bericht 2010 Tatra
Helmut Hofmann


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  Aktualisiert:
20.02.2019

Liebe Oldtimer – Freunde!
Liebe TATRA – Freunde!

Seit über 10 Jahren fahre ich bereits einen TATRA 57 A, Limousine, Baujahr 1936, und nehme an vielen Oldtimer-Veranstaltungen teil. Die TATRA-Treffen darf ich dabei keinesfalls versäumen.

Auf Empfehlung des seinerzeitigen TATRA-Präsidenten Dipl.-Ing. Gerhard Scholz bewarb ich mich um die Mitgliedschaft beim TFI (TATRA-Freunde International). Im Laufe der Zeit hatte ich Kontakt zu anderen Oldtimerclubs, denen ich teils aus fahrzeugspezifischen Gründen, teils wegen örtlicher Nähe, ebenfalls beitrat.

Die Fahrzeuge der Marke „TATRA“ wurden vom österreichischen Konstrukteur Hans Ledwinka geprägt, der im Jahre 1897 als Lehrling zu den seinerzeitigen „Nesselsdorfer-Werken“ kam (als Böhmen und Mähren noch bei Österreich waren), und sich später bis zum Technischen Direktor emporarbeitete. Sein wesentlichstes Konstruktionsmerkmal war ein luftgekühlter Motor in Verbindung mit einem Zentralrohrrahmen und einzeln aufgehängten Rädern.

Die TATRA-Werke sind die älteste Automobilfabrik im Bereich der ehemaligen k&k Monarchie.

Bei vielen TATRA-Treffen und sonstigen Oldtimer-Veranstaltungen konnte ich meine Kontakte erweitern. Im Zuge eines Oldtimer-Treffens 2006 in Passau erwarb ich noch einen TATRA 57 A, Halbcabrio, Bj. 1936. Der Motor lief zwar, aber nach einer Generalüberholung wurde er auch zuverlässig. Ein Problem der TATRA-Motoren sind allerdings die bei höheren Drehzahlen auftretenden Vibrationen des „unechten“ Boxermotors. Zur Verbesserung der Laufeigenschaften sollten diese Motoren auch dynamisch ausgewuchtet werden.

 

Jänner bis März 2009: Erwerb des „Hadimrška“

Durch meine Kontakte zum TATRA-Register Schweiz ergab es sich, dass ich Anfang 2009 einen TATRA 57 Sport, Bj. 1934, aus der Schweiz erwerben konnte. Da die Schweiz kein EU-Land ist, waren Zoll und Einfuhr-Umsatzsteuer zu entrichten. Dieser „Hadimrška“ bereitet mir große Freude und durch einige kleine technische Ergänzungen konnte ich die Handhabung verbessern.

Anmerkung: „Hadimrška“ - ursprünglich als „Spitzname“ für den TATRA 57 Sport, später auch für die gesamte 57er-Reihe verwendet, lässt sich nicht wortwörtlich übersetzen – ähnlich wie „der liebe Augustin“ oder „Till Eulenspiegel“

 lt. Wörterbuch:

  Hadimrška

=

Schlaumeier

    had = Schlange
    hadi.... = Schlangen....
    hadinec = Natter(n)-Kopf
    hadka = Streit, Zank, Zwist, Händel, Wortwechsel
    hadr = Lumpen, Fetzen

umgangssprachlich:

  (harmloser) scherzhaft(er Mensch)

volkstümlich:

  flinke Schlange

oder auch:

  flinkes Wiesel

 von Spaßvögeln auch:

  freches Luder genannt

Im selben Jahr nahm ich an den TATRA-Treffen in Deutschland (Liebenwalde, nördlich von Berlin), in der Schweiz (Rüti am Zürichsee) und in Österreich (Bad Vöslau), sowie an vielen gemischten Oldtimer-Treffen teil.

 

8. Mai 2010: Křivonoska (CZ)

Dieses Jahr begann meine Oldtimer-Saison am 8. Mai mit der Veteran-Rallye in Křivonoska (nördlich von Budweis) für PKW und Motorräder bis 1945. Bei diesem Treffen mit Ausfahrt in „böhmische Dörfer“ sind viele in der Tschechoslowakei noch bis in die 1990er Jahre in Verwendung stehende Fahrzeuge (auch viele TATRA) dabei.

 

13. - 16. Mai 2010: TATRA-Treffen in Bergamo (I)

Eine Woche darauf war bereits das internationale TATRA-Treffen der TFI (TATRA Freunde International) in Bergamo (Nord-Italien), organisiert von der TATRA-Sektion Italien.

Ich lud meinen „Hadimrška“ auf den Anhänger und fuhr Donnerstag frühmorgens ab, um die etwa 680 km noch bei Tageslicht zu schaffen. Auf der Autobahn über Salzburg, Rosenheim und Innsbruck erreichte ich den Brennerpass. In Italien machte ich wieder Rast bei einer Tankstelle - da wurde ich von den Carabinieri fotografiert - aber nicht, weil ich zu schnell war, sondern weil mein „Hadimrška“ großes Interesse weckte. Nach etwa 9 ½ Std. kam ich im Hotel San Pancrazio in Terme di Trescore (etwa 15 km östlich von Bergamo) an und traf am großen Hotelparkplatz auf viele schon angereiste TATRA-Kollegen und wir erhielten unsere Startnummern und Fahrtunterlagen.

Am Freitag wurde schon früh gestartet, da in Bergamo die allmorgendliche „Rush hour“ erwartet wurde. Doch so schlimm war es nicht. Alles war bestens organisiert. Unsere Oldtimer wurden einfach auf der Magistrale (Viale Giovanni XXIII., Porta Nuova und Viale Roma) durch den dichten Verkehr durchgeschleust. In der Stadt konnten wir den für unsere TATRAs reservierten Parkplatz in der Unterstadt = Neustadt (Borghi) am Fuße der historischen Standseilbahn (seit 1887 in Betrieb) einnehmen. Eine gut deutsch sprechende Stadtführerin führte uns zu Fuß in die Oberstadt, der eigentlichen Altstadt (Citta) mit den engen Gassen. Das südländische Flair mit starkem venezianischem und zum Teil auch österreichischem Einfluss (1814 - 1860) beeindruckte uns sehr. Auf der Piazza Veccia mit der Biblioteka Civica Angelo Mai (städtische Bibliothek), dem alten Stadtturm mit der großen Glocke und dem Palazzo della Ragione (Regierungspalast) war vielfach der venezianische Löwe, auf einem anderen Stadtturm noch der alte k & k Doppeladler zu sehen. In der architektonisch interessanten und reichhaltig ausgestatteten Kirche S. Maria Maggiore mit der Cappella Colleoni befinden sich Denkmäler für den Musiker und Komponisten Gaetano Donizetti und seinen Lehrer S. Mayr. Nach diesem ausgiebigen Fußmarsch durch die „Oberstadt“ kehrten wir wieder zurück zu unseren TATRAs. Bei der Abfahrt konnten wir noch einen kurzen Blick auf die „Unterstadt“ erheischen. Dann ging es einige Kilometer weiter nach Almenno San Salvatore. In einem Restaurant (ehemaliges Kloster) mit typisch italienischer Kost konnten wir uns stärken. Über kurvenreiche schmale Nebenstraßen inmitten von Weinbergen fuhren wir wieder zurück zu unserem Hotel.
Den Abschluss des Tages bildete noch eine Fahrt in das Zentrum von Trescore, wo jedes TATRA-Team von der Stadtverwaltung begrüßt wurde, wir unsere Fahrzeuge auf dem Hauptplatz präsentieren konnten und die schönsten Oldies prämiert wurden.

Am Samstag war dann noch die „Große Ausfahrt“ vorgesehen. Vom Hotel aus fuhren wir - von Motorrädern eskortiert und beschützt - auf Nebenstraßen über Alzano und Vertova in die historisch interessante Stadt Clusone. Wir konnten unsere TATRAs in den engen und steilen Gassen der Altstadt abstellen. Hier wurde uns bewußt, wozu der stilvoll ausgestaltete Holzkeil, den wir mitbekommen hatten, notwendig war. Auch hier hatten wir eine gute Führung durch die venezianisch anmutende Stadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Planetenuhr mit dem originalen Uhrwerk aus dem Jahre 1583. Eine weitere Sehenswürdigkeit an einer Hausfassade ist das Freskengemälde mit dem makabren „Totentanz“. Dann besuchten wir noch die Große Basilica S. Maria Assunte mit dem prächtigen Altar. Schließlich erschien noch eine Hochzeitsgesellschaft mit dem Brautpaar zur Trauung in dieser großartigen Kirche. Unser Mittagessen konnten wir in den für uns ausgewählten Restaurants einnehmen. Unsere TATRAs wurden inzwischen bestens bewacht und wir setzten unsere Ausfahrt fort.
Zwischen Lovere und Riva di Solto konnten wir am Ufer des romantischen, von Gebirgen umgebenen Iseo-Sees entlangfahren. Die Uferstraße wurde mühsam dem steilen Felsufer abgerungen. Durch Tunnels, Galerien, überhängende Felswände und schmale Stellen zog sich die TATRA - Karawane - unter den bewundernden Blicken der anderen Autofahrer - dahin. Und ich hatte mit meinem TATRA 57 Sport, Bj. 1934, immer den TATRA 77 mit der seinerzeit sensationellen Stromlinienkarosserie - ebenfalls Bj. 1934 - des Kees Smit ständig vor mir im Blickfeld - welch ein Kontrast! Die Motorrad-Begleitung wies uns weiter den Weg und wir erreichten über eine interessante Landschaft unser Hotel in Trescore.
Doch damit war der Tag keineswegs zu Ende. Als Prüfungsaufgabe mussten wir aus verschiedenen Auto-Ersatzteilen herausfinden, welche Teile bei TATRA verwendet wurden. Das war gar nicht so einfach, denn Ferdinando Pirovano hatte sich etwas ganz Gefinkeltes ausgedacht: auch solche Ersatzteile von anderen Automarken, die bei TATRA-Prototypen (als Verlegenheitslösung) Verwendung fanden, mußten identifiziert werden. Schließlich gab es dann noch eine Preisverleihung und wir konnten unser TATRA-Treffen mit einem Abendessen, guter Unterhaltung - und vor allem der Würdigung der Organisatoren - beschließen. Mario Mezzera und sein Team hatten interessante Strecken für uns und unsere TATRAs ausgesucht, die Stadtbesichtigungen und Restaurants organisiert, das Roadbook erarbeitet und sogar für Bewachung der Parkplätze und Motorradbegleitung vorgesorgt. So werden uns diese Tage voller Erlebnisse und Eindrücke im Raume Bergamo gerne in Erinnerung bleiben.
Das Wetter hatte ein Einsehen mit unseren Oldtimern. Mit meinem „Hadimrška“ konnte ich bei den Ausfahrten immer mit offenem Verdeck fahren. Lediglich Donnerstag nachts gab es ein „Donnerwetter“ mit Sturm und Regen.

Am Sonntag verlud ich meinen „Hadimrška“ wieder auf den Anhänger und machte mich auf dem selben Weg auf die Heimreise. Etwa bei der Salurner Klause traf ich auf TATRA-Kollegen, die mich mit ihren TATRA 87 und TATRA 603 eine Weile begleiteten, was für andere Autofahrer sicher ein staunenswertes Bild ergab.
Und Oldtimer-Fahrer wissen, dass jetzt wieder die Pflege des geliebten Vehikels dran ist ... wenn man das andere dabei nicht vergisst ...

 

30. Mai 2010: Sauwald Classic, Peuerbach (A)

Am Sonntag war ich bei der „Sauwald-Classic“ in Peuerbach (Oberösterreich), die diesmal nach Kopfing ins Innviertel führte. Dieses Jahr wurde in Peuerbach eine umfangreiche Schau von BMW-Motorrädern präsentiert vom ältesten bis zum neuesten Modell mit entsprechender technischer Beschreibung.

 

2. - 6. Juni 2010: TATRA-Exkursion nach Tschechien (CZ)

In dieser Woche organisierte Roland Henkel vom TRD (TATRA Register Deutschland) eine Exkursion nach Tschechien. Am Anfang stand eine (teilweise verregnete) Bahnfahrt von Zdice (Nähe Beroun) über Přibram nach Březnice mit einem historischen TATRA-Triebwagen M 131.1 mit TATRA 111 – Motor. In Březnice besuchten wir die kleine „Herold“-Brauerei. Nach einer Stärkung fuhren wir wieder zurück. Mit unseren PKWs fuhren wir weiter über Prag und Königgrätz.

Der nächste Exkursionspunkt war etwas ganz besonderes: In Zábřeh (Hohenstadt, ca. 10 km südlich von Mährisch Schönberg) gibt es eine Schule für Berufe rund ums Kraftfahrzeug. Vor dem Haupteingang wurden wir vom Schulleiter gebührend empfangen, umrahmt von verschiedenen Oldtimern, die von den Schülern restauriert wurden.

Mit deutschsprachiger Führung durch den Schulkomplex konnten wir die Klassenräume besichtigen. Im Mittelpunkt stand das „Aushängeschild“ der Schule: ein Maurer-Union-Zweisitzer-Doktorwagen, gebaut 1905 in Nürnberg, ausgeliefert von der Firmen-Niederlassung in Wien an Fürst Schwarzenberg.

In dieser Schule ist von der Lehrlingsausbildung bis zur Matura (Abitur) alles möglich. In den Lehrwerkstätten konnten wir die Schulung an Karosserie, Motor und Fahrwerksteilen, elektrischer und elektronischer Ausrüstung usw. beobachten. Ein koreanischer Autohersteller stellte 3 neue PKW zur Ausbildung zur Verfügung. Einer davon war sogar als Schnittmodell aufbereitet, um verschiedene, sonst verborgene Sicherheitselemente in der Karosserie zu zeigen.

Im Umfeld dieser Schule haben sich auch verschiedene Betriebe angesiedelt, die sich die Lehrlingsausbildung zu Nutze machen. Es wurde sogar angeboten, wer Probleme mit seinen Oldtimern hat, kann sich an diese Schule oder die angrenzenden Betriebe wenden.

In Olmütz (Olomouc) konnten wir ein 2 Wochen zuvor neu eröffnetes privates Oldtimer-Museum besuchen. Zu sehen waren überwiegend TATRA-Fahrzeuge: die komplette Modellpalette vom T 11 (1923) bis zum T 700 (1997/98). Die meisten Fahrzeuge waren hervorragend restauriert, einige aber auch in gebrauchtem („patiniertem“) Zustand, sowie einige Restaurierungsobjekte bzw. Schnittmodelle und Fahrgestelle.

Wir nächtigten im TATRA-Hotel in Nesselsdorf (Kopřivnice) und besichtigten am nächsten Tag die bekannte Restaurierungswerkstatt Ecorra. Hier kann man seine Oldtimer von besten Fachleuten restaurieren lassen – egal ob kleine Reparaturen oder Total-Wiederherstellung einer „Rostlaube“. Es waren HORCH-, AUDI-, PRAGA- und TATRA-Fahrzeuge in verschiedenen Restaurierungsstufen zu sehen.

Anschließend trafen wir in Freiberg (Přibor) den ehemaligen TATRA-Chefkonstrukteur Milan Galia, der in den Jahren 1965 bis 1989 (somit länger als Hans Ledwinka) für die Entwicklung der TATRA 603 und 613, aber auch für LKW T 111, T 148, T 813 und T 815 verantwortlich war. Uwe Engberts war mit seinem T 603 dabei, sodass Herr Galia „standesgemäß“ abgeholt werden konnte. Interessant waren seine Ausführungen über die technischen Konstruktionen, die in der „sozialistischen“ Epoche immer wieder von politischen Entscheidungen beeinflusst wurden. Darüber hat er auch ein Buch geschrieben, das derzeit nur in Tschechisch erhältlich ist.

Nachmittags besuchten wir noch das TATRA-Museum in Nesselsdorf (Kopřivnice) unter deutsch sprechender Führung von Petr Marek, der uns durch die Sonderausstellung „Sodomka-Karosserien“ führte.

Hinweis: wer in Nesselsdorf das TATRA-Museum besucht, sollte auch durch die Nachbarorte Stramberg und Hukwald mit ihren schönen Häusern und Burganlagen spazieren und das (bereits erwähnte) TATRA-Museum in Olmütz (ca. 70 km) besuchen.

Der Abschlussabend fand in einem mährischen Gasthof (mit mährischen Spezialitäten) statt. Dazu konnten wir auch den früheren Leiter des TATRA-Museums und Verfasser zahlreicher Bücher über TATRA-Fahrzeuge, Herrn Karel Rosenkranz, sowie weitere Gäste begrüßen.

Am nächsten Morgen ging es wieder heimwärts.

 

12. Juni 2010: 1000 Veteranen im TATRA-Polygon (CZ)

In Nesselsdorf fand ich auch Hinweise auf ein Veteranentreffen im TATRA-Polygon (Testgelände) am nächsten Wochenende. So machte ich mich wieder auf den Weg nach Nesselsdorf und nahm meinen TATRA 57 Sport, Bj. 1934, „huckepack“ mit. Fahrzeuge vor 1960 hatten freien Eintritt. Von den angekündigten „1000 Veteranen“ waren etwa 300 erschienen. Bei herrlichem Sonnenschein genossen viele Besucher den „Regen“ durch die TATRA-Feuerwehren.

Für die Veteranen gab es einen Slalom-Parcours, markiert mit nummerierten Reifenstapeln. Mit meinem „Hadimrška“ fuhr ich die 1. Runde zum Erkunden, dann die 2. Runde in flottem Tempo. Dann wurde ich zur 3. Runde losgelassen. Unter dem Beifall des Publikums zog ich meine Kurven zwischen den Reifenstapeln mit quietschenden Reifen. Am Ende erkundigte ich mich nach meiner Zeit und der Zeit der anderen. Ich glaubte schon an eine Rekordzeit – doch die anderen hatten eine Zeit gegen Null! Durch sprachliche Missverständnisse steigerte ich meine Geschwindigkeit von der 2. zur 3. Runde, statt eine gleiche Geschwindigkeit zum erzielen.... aber das Publikum hatte seine Freude daran.

Dann gab es noch Mitfahrgelegenheit mit dem neuesten TATRA-LKW auf dem TATRA-Testgelände. Ob Wasserdurchfahrten, Steilstrecken, Schrägfahrten, Holperpisten, hohe gerade und verwundene Wellen in hohem Tempo durchfahren – da muss ja ein Auto kaputt gehen. Nur ein TATRA-LKW kommt durch! Nicht umsonst hatten die TATRA-LKW mehrmals Siege bei den Wüsten-Rallyes Paris - Dakar errungen.

Nachmittags fuhr ich mit meinem „Hadimrška“ noch durch Nesselsdorf, um meinen TATRA vor wichtigen Stellen zum „Fotoshooting“ zu präsentieren: Ortstafel „Kopřivnice“ mit Stadtwappen, TATRA-Museum mit TATRA-Triebwagen, Ledwinka-Villa mit Ledwinka-Straße, Schustala-Villa und ehem. TATRA-Verwaltungsgebäude etc.

Bei der Heimfahrt kam ich bei Nikolsburg/Drasenhofen in das ärgste Unwetter (Regen, Sturm, Gewitter), das ich je erlebt habe. Nach einer Stunde Wartezeit im Schutze eines Bauernhofes konnte ich meine Heimfahrt fortsetzen.

 

25.-27. Juni 2010: k & k Wertungsfahrt in Bad Ischl (A)

Die exklusivste Oldtimer-Veranstaltung in diesem Jahr war die k & k Wertungsfahrt in Bad Ischl, wo Fahrzeuge vom Jahre 1903 bis 1948 teilnahmen. Das „Aushängeschild“ war hier der Austro-Daimler „Prinz Heinrich-Wagen“, Baujahr 1910, konstruiert von Ferdinand Porsche; und am Steuer saß sein Enkel: Ernst Piech.

Am Freitag waren 70 km zu bewältigen mit Präsentation im Ortszentrum von Bad Goisern und in Hallstatt sowie Fahrt über den Koppenpass mit 23 % Steigung. Am Samstag war die 5-Seen-Rundfahrt (ca. 180 km) mit Präsentationen in St. Wolfgang und Mondsee am Programm. Am Sonntag gab es den traditionellen Abschluss in Bad Ischl mit Präsentation der Fahrzeuge vor der Kaiservilla und Empfang durch den Urenkel Kaiser Franz Josefs, Herrn Erzherzog Markus von Habsburg-Lothringen.

Herr Ernst Piech positionierte seinen Austro-Daimler „Prinz Heinrich-Wagen“ im kaiserlichen Ambiente und stellte sich den Fragen der Medien und des Publikums. Dabei erzählte er, mit welchem Respekt und Ehrfurcht er den Wagen seines Großvaters seinerzeit betrachtete, aber auch welche technischen Neuerungen sein Großvater damals realisierte, um mit diesem Wagen einen 3-fachen Sieg von Austro-Daimler bei der „Prinz Heinrich-Fahrt“ im Jahre 1910 zu erringen.

Nebenbei erwähnte er auch, wie der Auftrag für die Produktion des „Volkswagens“ zustande kam. Die Karosserie und das Fahrwerk standen schon fest; als Motor war ein Puch-Doppelkolben-Motor vorgesehen. Das wurde aber von „oberster Stelle“ abgelehnt. Daraufhin beauftragte Ferdinand Porsche seinen Motorenkonstrukteur, einen neuen Motor zu entwickeln. In 14 Tagen war dieser Motor am Reißbrett fertig – und mit diesem Stück Papier bekam Porsche den Auftrag... und das war dann der millionenfach bewährte Volkswagen-Motor. Auf meine Frage, warum er sich nicht an vorhandene Vorbilder, wie den bewährten luftgekühlten 4-Zyl. TATRA-Motor von Hans Ledwinka hielt, meinte er: Ledwinka hatte Patente auf seine Konstruktionen und jeder hatte seine eigenen Ideen. Und nach dem Krieg gab es noch Patent-Streitigkeiten zwischen VW/PORSCHE und TATRA, die aber mit einem Vergleich beigelegt wurden.

Als der ORF-Rundfunkreporter sein Mikrofon im Publikum herumreichte, konnte ich eine Vielzahl zukunftsweisender Neuerungen Porsches nennen, doch als ich den Radnaben-Motor und den Mixte-Antrieb aufzählen wollte, war das Mikrofon schon wieder weg. Auf die (theoretisch gemeinte) Frage aus dem Publikum, was man fände, wenn man das Gehirn von Ferdinand Porsche untersuchen würde, meinte Ernst Piech: Motoren, Autos und Motoren...

Es war interessant, aus berufenem Munde zu hören, welche Episoden die Entwicklungsgeschichte des Automobils verändert haben.

 

4. Juli 2010: TATRA-Treffen in Murten und Schweizer Alpenpässe (CH)

Auch diesmal nahm ich die Einladung zum TATRA-Treffen in der West-Schweiz an. Ich war Gast bei einem TATRA-Kollegen und der einzige Nicht-Schweizer. Wir starteten bei herrlichem Wetter im Zentrum der schönen historischen Stadt Murten am Murten-See (etwa 25 km westlich von Bern). Die Ausfahrt ging durch abwechslungsreiche Landschaft mit schönen kleinen idyllischen Dörfern.

In Dotzigen machten wir einen Besuch bei der Oldtimer-Reparaturwerkstatt Ackermann, wo auch ein Museum – hauptsächlich mit amerikanischen Packard-Limousinen aus den 30er bis 50er

Jahren - angeschlossen ist. Auch mein TATRA Sport wurde seinerzeit hier gepflegt.

In Studen fand noch die jährliche Generalversammlung statt, wo wir dann auch unser TATRA-Treffen mit einem Abschlussessen beendeten. Abends machte ich noch einen Kurzbesuch bei Familie Müller in Gerlafingen, wo ich vor einem Jahr meinen TATRA 57 Sport erworben habe. Sie waren erfreut über das Wiedersehen mit dem TATRA, den sie 28 Jahre lang besessen und liebevoll restauriert und gepflegt hatten.

Am nächsten Tag (Montag) verabschiedete ich mich von meinen Gastgebern, wollte aber die Gelegenheit nutzen, noch mehr von der schönen Schweiz zu sehen. Ich nahm meinen TATRA „huckepack“ (auf dem Anhänger), fuhr über Bern den Thurner See (Interlaken) und den Brienzer See entlang, um bei Meiringen ins Gadmertal zu gelangen. Dort lud ich meinen „Hadimrška“ ab und machte bei schönem Wetter die 3-Pässe-Runde. Die lang anhaltende gleichmäßige Steigung – ohne Erholungsphasen – machten ihm zu schaffen. Oben am Sustenpass (2224 m) angekommen, erweckte er gleich das Interesse der anderen Autofahrer und freute sich über das Lob. Talwärts konnte er sich erholen, doch musste man auch auf die Bremsen achtgeben. Für die Sehenswürdigkeiten (Kehrschleifen der Gotthard-Bahn bei Wassen, Schöllenen Schlucht und Teufelsbrücke) hatte ich leider nicht genug Zeit. Bei Andermatt ging's wieder bergan zum Furka-Pass, meist dem „Glacier-Express“ entlang. Auf der Passhöhe angekommen, stellte ich meinen TATRA am Parkplatz neben die Tafel „Furka Pass 2436 m“, um ihn stolz zu präsentieren. Anschließend suchte ich den Aussichtspunkt auf, von dem aus die

wunderschöne schweizerische Alpenlandschaft zu bewundern war. Inzwischen beobachtete ich, wie sich Touristen um meinen TATRA scharten, um sich gegenseitig zu fotografieren. Dann kam ein großer Autobus mit japanischen Touristen, die sogleich zu meinem TATRA strömten und ihn samt ihren Fotoapparaten umzingelten. Der Reiseleiter stand hilflos da. Er wollte eigentlich auf die schweizerische Landschaft hinweisen – jetzt wird der TATRA der Höhepunkt der Schweiz-Reise sein. Von da abwärts über Gletsch ging's wieder bergan zum Grimselpass. Ich atmete noch Schweizer Gebirgsluft, musste mich dennoch beeilen, meinen TATRA zu verladen.

Ich fuhr über den Brüningpass, mehreren kleinen Seen entlang auf die Autobahn, wo mitten im Tunnel die Strecke Richtung Altdorf abzweigt. Der Straßenkarte sei Dank! Denn das „Navi“ war an dieser Stelle selber blind. Ein kurzer Blick auf den Vierwaldstättersee, dann durch den ca. 10 km langen Seelisbergtunnel nach Altdorf (kurzer Fotohalt vor dem Wilhelm Tell-Denkmal) und ins Schächental, von wo der TATRA den Klausenpass bezwingen durfte.

Der Klausenpass war deshalb so in meinem Gedächtnis verankert, weil bei einem frühen Klausenpass-Rennen (1925 ?) ein österreichischer STEYR Typ V einen hervorragenden Sieg herausgefahren hatte, dass man ihn künftig als „Klausen-Sport“ bezeichnete.

Beim Klausenpass (1952 m) angekommen, trübte sich das Wetter ein – ein kurzer Fotohalt bei der Höhenmarke, dann bergab Richtung Linthal. Dort begegnete uns die „planmäßige“ Postkutsche (für gut betuchte Touristen). Inzwischen hatte der Himmel seine Schleusen voll geöffnet und ich hatte Sorge, dass mir die Murenabgänge der letzten Tage den Rückweg versperren könnten. Doch ich hatte Glück und konnte diese Stellen trotz starkem Regen noch passieren. Zurück auf der Passhöhe erholte ich mich kurz – die Fahrt mit „Fetzendachl“ bei diesen Wetterunbillen und nasser Kleidung war doch sehr anstrengend – und je weiter ich mich talwärts bewegte, umso schöner wurde es.

Jetzt war endgültig die Heimfahrt angesetzt. Den TATRA verladen, dann am Ostufer des Vierwaldstättersees entlang über den Sattel bei Rothenthurm zur Autobahn, den Walensee entlang, über Buchs und Bregenz zurück nach Hause.

Zu Hause angelangt, war erst einmal „Service“ für mich und den TATRA nötig.

 

10. - 11. Juli 2010: 100 Jahre Fliegerclub „Weiße Möwe“ Wels (A)

Der OÖMVC wurde zum 100 jährigen Bestehen des Fliegerclubs „Weiße Möwe“ am Flughafen in Wels eingeladen. Wir konnten dort eine Vielzahl unserer Oldtimer im engen Umfeld zu den Flugzeug-Veteranen, wie Messerschnitt Me 109 und Junkers Ju 52 „Tante Ju“ präsentieren. Auch ein Mercedes 300 SL „Flügeltürer“ sonnte sich unter den Schwingen der fliegenden Veteranen.

 

18. Juli 2010: Wadholz Classic Tolleterau (A)

Die „Wadholz-Classic“ in Tolleterau (westlich von Grieskirchen) wird von der Freiwilligen Feuerwehr Tolleterau in Zusammenarbeit mit der Gemeinde veranstaltet und organisiert. Hier treffen sich verschiedene Fahrzeugkategorien: PKW, Motorräder, Motorroller, Mopeds, Traktoren, LKW und Feuerwehr-Oldtimer. Für jede dieser Fahrzeugkategorien gibt es entsprechende Ausfahrten. Auch für Unterhaltung und Verpflegung in gemütlichem Umfeld ist gesorgt.

 

23. - 25. Juli 2010: TATRA-Treffen in Wemding (D)

Das TATRA-Register Deutschland hielt sein jährliches TATRA-Treffen diesmal in Wemding (Bayern) ab. Da wechselhaftes Wetter vorausgesagt war, nahm ich meinen „Hadimrška“ huckepack nach Wemding. Die Anreise war bei strahlendem Sonnenschein. Beim Hotel-Gut Wildbad in Wemding waren etwa 40 TATRAs eingetroffen.

Bei der Ausfahrt am Freitag erhielten wir eine ausführliche Stadtführung in der historischen Altstadt von Wemding und erfuhren auch, woher die Fuxien ihren Namen haben. Am Marktplatz war eine Pyramide mit Fuxien aufgebaut und wir durften raten, aus wie vielen Fuxien diese Pyramide gebildet wurde. Die Fahrt ging anhand des sehr gut gestalteten „Roadbooks“ durch schöne, abwechslungsreiche Straßen und Landschaften, bis wir nach einer Stadtdurchfahrt durch Nördlingen im ehemaligen Bahnbetriebswerk Nördlingen anlangten. Hier gab's für die Oldtimerfreunde eine Führung durch das nunmehrige „Bayerische Eisenbahnmuseum“, das neben einer Vielzahl von alten Lokomotiven und Wagen auch die älteste betriebsfähige Dampflok, nämlich die „Füssen“ von 1887 und die schönste Bayerische „S 3/6“ vom Jahre 1917 beherbergt. Nach einer Stärkung mit einem „Eisenbahner-Essen“ im Buffetwagen konnten wir noch die Altstadt von Nördlingen zu Fuß erkunden.

Am Himmel hing eine einzige schwarze Wolke. Ich hoffte, sie würde sich auflösen. Ja, aber nach unten! In kurzer Zeit öffnete der Himmel seine Schleusen. Oh Schreck! Ich hatte das Verdeck meines TATRA offen gelassen. So schnell konnte ich gar nicht laufen, ich wurde durch und durch nass, auch mein TATRA und alles was drin war. An ein Wegfahren war bei diesem Regen nicht zu denken, einen Unterstand für meinen Wagen gab es auch nicht. So wartete ich, bis mich ein Kollege mit seinem (geschlossenen) 603er zurück zum Hotel lotste. Nun musste ich erst einmal alles trockenlegen – gut, dass ich noch trockene Kleidung zu Hause hatte.

Am nächsten Tage hatte ich keine Lust, mit meinem TATRA-Sport zu fahren. Ein TATRA-Kollege mit seiner T 57 B Limousine kam in der Früh trotz Regen ca. 120 km aus Deining (Nähe Neumarkt i. d. Opf.) angereist und war froh, einen Beifahrer zu bekommen. Allmählich lichtete sich der Himmel, sodass wir die Ausfahrt noch einigermaßen genießen konnten. Die vielen Nebenstraßen waren gut ausgesucht und auch mit dem ausgezeichnet gestalteten „Roadbook“ leicht zu finden. Der Aussichtspunkt bei der „Zeitpyramide“ in Polsing war gut gewählt, aber das Wetter war noch zu trüb. Dafür konnten wir die Wallfahrtskirche „Maria Bründl“ ausgiebig besichtigen. Das Mittagessen im Gasthaus zur Wallfahrt war eine Belohnung für unsere „Wallfahrt“ (keine „Buße“, wie oft bei Wallfahrten). Weiter ging's durch die schöne Landschaft (leider noch immer trübes Wetter) nach Oettingen, wo wir durch die historische Altstadt fahren durften, dann wieder durch eine landschaftlich schöne Gegend bis zum Rieser Bauernmuseum. Es ist bemerkenswert, was man alles aus nächster Umgebung an „alten Sachen“ sammeln und der Nachwelt erhalten kann. Vom Handwerkszeug, Pferdewagen und Schlitten bis zur historisch original erhaltenen Geschäftseinrichtung samt historischen Fotos war allerlei zu sehen. Bei der Rückfahrt zum Hotel-Gut Wildbad Wemding waren schon zaghaft einige Sonnenstrahlen zu sehen. Die Mühen für die Organisatoren haben sich aber gelohnt und so wurde ein stimmungsvoller Abschlussabend daraus.

Am nächsten Morgen machte ich noch eine kleine Runde ums Hotel, als mir ein Spaziergänger erzählte, dass im Nachbarort Deiningen (ca. 10 km) ein großes historisches Fest veranstaltet wird. Da sonniges Wetter war, fuhr ich hin. An der „Mautstelle“ gewährte man mir mit meinem TATRA gratis Einlass. Im mittelalterlichen Stil wurden 1250 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung des Dorfes Deining gefeiert. Ob Handwerk, Brauchtum, Kleidung, ja die gesamte Bevölkerung war auf Mittelalter eingestellt. In der Hauptstraße war auch die „Neuzeit“ vertreten: Oldtimer von Motorrädern, Vespa-Roller, Traktoren, Autobus und PKW – da gesellte auch ich mich dazu. Ein junger Bursch – vermutlich Automechaniker-Lehrling – erzählte von Oldtimer-Restaurierung (Lanz Bulldog) und interessierte sich eingehend für die Technik meines TATRA. Mit Kennerblick erkannte er, dass der Motor kein echter Boxer, sondern ein 4-zyl. V-Motor mit 180° ist. Auch verschiedene andere technische Details interessierten ihn: 2 Tellerräder an den hinteren Schwingachsen, längsliegendes Stirnrad-Differential usw. Dann lud ich ihn zu einer Spritztour ein. Leider habe ich keine Adresse von ihm.

Eine junge Dame fragte mich, ob ich mit meinem TATRA zu ihrer Hochzeit käme. Eine kurze Verlegenheitspause auf beiden Seiten – der Hochzeitstermin stünde schon fest, auch der Partner – nur meine Anreise wäre etwas zu weit.

Mittags kehrte ich wieder zurück zum Hotel Wildbad, verlud meinen TATRA auf den Anhänger und fuhr bei sonnigem Wetter nach Hause.

 

8. August 2010: Spatzenbauer, Linz/Urfahr (A)

War der Samstag (7. Aug.) noch regnerisch und mein Oldtimer der Einzige, der in Wels zur „Nacht der Ballone“ (wegen strömendem Regen kurzfristig abgesagt) eintraf, wurde der Sonntag seinem Namen gerecht. Der „Spatzenbauer“, ein Ausflugsgasthaus in Linz/Urfahr, lud zum Oldtimertreffen ein. Es kamen so viele Oldtimer, dass alle Parkplätze randvoll waren. Die Ausfahrt ging über Straßen mit schöner Aussicht auf das Hügelland des Mühlviertels. Bei einer Jausenstation in „aussichtsreicher Position“ hielten wir Rast, bis wir zurückfuhren. Dieser Ausflug inspirierte mich für die „Herbstausfahrt“ des OÖMVC.

 

10. - 13. August 2010: Kötschach-Mauthen, Südtirol, Friaul, Großglockner (A) + (I)

Die Großglockner-Hochalpenstraße hatte ich schon zum 70-Jahre-Jubiläum im Jahre 2005 mit meinem TATRA 57 A (Limousine), Bj. 1936, nach einem Besuch bei Hans Engl in Kötschach-Mauthen und einem Tages-Ausflug über den Plöckenpaß zum Lago di Sauris im Friaul bezwungen. Zur 75-Jahr-Feier wollte ich wieder dabei sein.

Am 3. August 1935 wurde die Großglockner-Hochalpenstraße eröffnet. Viele Touristen haben diese einmalige Hochgebirgsstraße schon befahren und sie ist auch unter Oldtimer-Fahrern ein beliebtes Ausflugsziel. Zur 75-Jahr-Feier am 3. August 2010 war das Wetter für eine weite Anreise mit meinem fast 75 Jahre alten TATRA 57 A Halbcabrio, Bj. 1936, nicht gerade einladend.

Eine Woche später erschien mir das Wetter günstiger, denn es sind viele Alpenpässe zu überwinden. Ich wählte die Route über den Pyhrnpass (954 m) und den Sölkpass (1.788 m) (=Erzherzog Johann-Straße). In der Erzherzog Johann-Hütte ließ ich mir einen „Kaiserschmarrn“ schmecken. Bei der Fahrt über die Turracher Höhe (1.783 m) erreichte mich allerdings starker Regen, wodurch ich bei der steilen Bergabfahrt ganz besonders achtgeben musste. Bei Bad Kleinkirchheim und den Millstättersee entlang hatte sich das Wetter wieder gebessert.Nach der Fahrt durch das Drautal war dann nur noch der Gailberg-Sattel (981 m) zu überwinden und ich konnte mich nach einer Tagesetappe von ca. 400 km in Kötschach-Mauthen im Gailtalerhof bei Herrn Hans Engl, dem Vizepräsidenten des TFI (TATRA-Freunde International) melden. Bei einer Plauderei gab er mir einen Ausflugstipp.

Am nächsten Tag fuhr ich daher bei Sonnenschein auf enger kurviger und steigungsreicher Straße durch das romantische und liebliche Lesachtal und Sillian nach Innichen in Südtirol. Vom Sextental aus hatte ich die Sextener Dolomiten mit den „Drei Zinnen“ im Blickfeld. Nach dem Kreuzbergpass (1.636 m) fuhr ich wieder talwärts. Die enge und steile Straße über den Passo San Antonio (=Passo di Zovo, 1.476 m) forderte von meinem TATRA allerdings sehr viel ab. In Auronzo gönnte ich meinem TATRA und mir eine kleine Pause und genoss den an einem Stausee gelegenen Gebirgsort. Dann ging's wieder weiter zum Passo di Mauria (1.295 m) ins Friaul. In den Schluchten des noch jungen Tagliamento erreichte ich Tolmezzo. Da der Plöckenpass wegen Bauarbeiten gesperrt war, musste ich den Umweg über das Kanaltal und Pontebba wählen. Die Straße zum Nassfeldpass (=Passo di Pramollo, 1.530 m) war eng, kurvenreich, steil und abenteuerlich zu fahren, als ob seit Kaiser Franz Josef nichts geschehen wäre. Ich war froh, dass mich mein TATRA gut über die ca. 300 km durch Südtirol und Friaul gebracht hat. Abends unterhielt ich mich mit Herrn Engl noch über das nächste TATRA-Treffen, das vom 2. bis 5. Juni 2011 in Kötschach-Mauthen stattfinden wird.

Nächsten Tag verabschiedete ich mich von Herrn Engl. Mein TATRA lief brav über den Gailberg-Sattel (981 m) und Iselsberg (1.204 m). Bei sonnigem, aber kühlem Wetter erreichte ich Heiligenblut am Fuße des Großglockners. Das erste Ziel war natürlich die Franz-Josefs-Höhe (2.362 m). Doch kurz zuvor zeigte der Motor Schwächen. Ich erreichte gerade noch das Parkhaus. Zu meiner seelischen Entspannung suchte ich erst einmal die Sehenswürdigkeiten; aber der Großglockner selbst war in Wolken gehüllt und die Pasterze hatte ihre Zunge zurückgezogen. Dann machte ich mich daran, den Fehler zu suchen: die Zündkerzen waren in Ordnung, trotzdem tauschte ich sie gegen neue. Aber eine Verbesserung war nicht zu bemerken. Also konnte es nur die Zündung sein. Mit der Prüflampe und etwas Gefühl stellte ich die Zündung ein. Das war schon besser. Mit mäßiger Motorleistung erreichte ich den Hochtor-Tunnel (2.505 m). Hier trübte sich das Wetter ein, es war neblig und es begann zu nieseln. Wenn schon Großglockner, dann muss ich auch auf die Edelweißspitze (2.577 m). Es zeigten sich wieder einige Sonnenstrahlen, dann musste ich wieder weiter talwärts fahren, denn ich wollte noch eine Kfz-Werkstätte aufsuchen. In Zell am See fand ich eine Service-Stelle. Dort begann das große Rätselraten, denn von einem so alten Wagen hätten sie keine Daten. Im Computer war auch nichts zu finden. Die Zündung mit der Prüflampe einzustellen, war wohl in Vergessenheit geraten. Da war meine anschließende Frage nur logisch: Suchen Sie etwa die Diagnose-Steckdose... ? ?. Einen Fehler hat die Werkstätte doch gefunden: eine zweite Feststellschraube der Zündung hatte sich offenbar durch Vibrationen gelockert. Ich rief einen Oldtimer-Kollegen an, der mir auf Anhieb den richtigen Tipp zur Zündungs-Einstellung gab - und so konnte ich das Problem noch selbst beheben. Somit stand einer Heimfahrt über Salzburg - allerdings bereits bei Finsternis und teilweise starkem Regen - nichts mehr im Wege. In 3 Tagen hatte ich mit meinem TATRA 400 + 300 + 400 = 1.100 km zurückgelegt.

Jetzt war wieder ein großes Service für meinen TATRA nötig. Mein Oldtimer-Kollege stellte dann die Zündung noch selbst ein - seitdem läuft mein TATRA wieder ganz brav und ich konnte den Oldtimer-Ausfahrten an den kommenden Wochenenden mit Zuversicht entgegensehen.

 

20. - 22. August 2010: Meggenhofen (A)

Allen Unkenrufen zum Trotz wurde auch heuer wieder die „Landl-Rallye“ in Meggenhofen unter der Patronanz von Pfarrer DDr. Brandl durchgeführt. Anlaufpunkte der Ausfahrt waren die Stadt Eferding, dann die in die OÖ. Landesausstellung einbezogenen Schlösser Parz und Tollet, das neue Museum in Grieskirchen, sowie Bad Schallerbach. Berichten zufolge waren diesmal sogar fast 1000 Oldtimer eingetroffen. Etwa 200 davon konnten an der Ausfahrt teilnehmen.

 

29. August 2010: Ortsbildmesse Schmidham (A)

Am Sonntag fand in Schmidham (zwischen Vöcklamarkt und St. Georgen im Attergau) die Ortsbildmesse des Landes Oberösterreich statt. Durch den Bau einer Umfahrungsstraße konnte der Ort Schmidham vom Durchzugsverkehr losgelöst und das Ortsbild neu gestaltet werden. Dies war für das Land Oberösterreich der Anlass, auch andere Gemeinden zu präsentieren.

Der OÖMVC wurde eingeladen, Oldtimer bis zum Jahre 1939 teilhaben zu lassen. Nach einer Fahrzeugpräsentation im neugestalteten Ortszentrum fuhren wir den Attersee entlang über Unterach und den Scharflingpass nach St. Gilgen am Wolfgangsee zur Mittagspause. Bei Sonnenschein entstanden hier viele Fotos mit unseren Oldtimern in wunderschöner Umgebung. So konnte ein individueller Kalender für das Jahr 2011 gestaltet werden, dessen Reinerlös sozialen Einrichtungen für Jugendliche vorgesehen ist. Nach einem kurzen „Salzburger Schnürlregen“ fuhren wir wieder über den Scharflingpass, den Mondsee entlang über den Markt Mondsee und Oberwang zurück nach Schmidham. Nach einem gemeinsamen Abendessen fuhr ich mit meinem TATRA anschließend wieder ca. 80 km zurück nach Eferding.

 

4. September 2010: Sveti Jan nad Malši (CZ)

Bereits im Frühjahr erhielt ich die Einladung zur Veteran-Rallye in Sveti Jan nad Malši, das liegt zwischen Kaplitz und Budweis in Südböhmen. Bereits in aller Frühe musste ich losfahren, damit ich in Sv. Jan die Anmeldung erledigen konnte. Es folgte eine Gleichmäßigkeitsfahrt über zwei Runden anhand eines einfachen Roadbooks. An Fahrzeugen waren viele tschechische Oldtimer zu sehen: SKODA, PRAGA, AERO, JAWA und natürlich auch viele TATRAs. Es waren sogar 2 einsatzbereite Feuerwehrfahrzeuge dabei: 1 TATRA und 1 STEYR (ein solches Fahrzeug hatte auch die Feuerwehr Eferding - das steht jetzt im Feuerwehrmuseum). Nach diesem ereignisreichen Tag fuhr ich wieder zurück nach Hause.

 

5. September 2010: Grünau im Almtal (A)

Am Sonntag organisierte der Oldtimerclub Leonding eine Ausfahrt ins Almtal. Als Mitglied musste ich natürlich dabei sein. War der Vortag in Böhmen schon anstrengend genug, ging's auch jetzt frühmorgens nach Leonding. Es trafen sich etwa 10 Oldies zur Ausfahrt. Erste Station war das Schloss Scharnstein, wo uns der Hausherr persönlich durch seine privaten Säle führte. Anschließend besuchten wir auch noch das interessante „Kriminalmuseum“, in dem mittelalterliche Verbrechen, Strafen und Folterungen, Hexenverfolgungen etc. bis zu den Kriminalfällen des vorigen Jahrhunderts gezeigt wurden. Dann fuhren wir nach Grünau im Almtal und über die Mautstraße zur Hochbergalm am Kasberg. Diese schmale und steile Bergstraße mit über 20 % Steigung forderte alle Oldtimer gehörig heraus. Dafür wurden wir beim Hochberghaus mit schöner Aussicht und einem wirklich guten Mittagessen belohnt. So gestärkt ging's wieder steil talwärts mit einem Abstecher zum Almsee. Wir nutzten die Gelegenheit zu einer Wanderung entlang des Almsees. Bei gemeinsamer Abfahrt löste sich die Oldtimerkarawane allmählich auf und jeder strebte seinem Heimatort zu.

 

11. September 2010: Herbstausfahrt „vom Schloss Eferding zum Schlossmuseum Linz“ (A)

Da für die Organisation der Herbstausfahrt des OÖMVC noch niemand nominiert war, bot ich mich an, diese Veranstaltung durchzuführen. In den zwei Jahren zuvor hatte ich schon die „Eferdinger Landl - Rallye“ im Rahmen der „Eferdinger Woche“ organisiert. Für die Vorbereitung fuhr ich die Strecke zumindest 2 x ab, damit ich einerseits eine verkehrsmäßig unproblematische, aber landschaftlich interessante Strecke abseits des Hauptverkehrs erkunden, andererseits auch ein Roadbook samt Zeitplan für die Teilnehmer erstellen konnte. Als Mittagsziel wurde das neugestaltete Linzer Schlossmuseum auserkoren, in dem eine Sonderausstellung „Technik“ eingerichtet ist. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Schlossmuseums lief gut. So wurden die Zufahrten und die Parkmöglichkeiten (für etwa 50 Oldies) beim Schloss besprochen, aber auch die Platzreservierung im Restaurant und der Ausstellungsbesuch. Mein Bruder war mir noch beim Erstellen der Startnummern und Essensgutscheine behilflich. Die Kopien für das Roadbook ermöglichte mir die Sparkasse Eferding.

Die große Unsicherheit bei solchen Veranstaltungen ist natürlich das Wetter.

Diese Veranstaltung stand unter dem Titel: „Vom Schloss Eferding zum Schlossmuseum Linz“.

Der Samstag begann kühl, Nachbarn halfen mir beim Aufstellen von Tischen und Bänken sowie der Lautsprecheranlage. Dann kam die Sonne und mit dieser trudelten viele Oldtimer ein. Allmählich füllte sich der Stadtplatz von Eferding mit Oldtimern. Einige Teilnehmer halfen mir noch bei der Parkplatz - Einweisung und Fahrzeug - Präsentation vor dem Schloss Starhemberg.

Als Repräsentanten der Stadt Eferding wurden wir von Herrn Bürgermeister Stadelmayer samt Gattin und Herrn Stadtrat Schenk begrüßt, die sich auch bei den Oldtimern vor dem Schloss Starhemberg präsentierten.

Inzwischen hatte Frau Pölzlberger das „Anmelde-Büro“ übernommen und so konnten auch die Startnummern mit Roadbook und die Essens-Gutscheine ausgegeben werden. Nach kurzer Hektik bei zögerlicher Frühstücks-Ausgabe konnte bei strahlendem Sonnenschein gestartet werden. Die Startreihenfolge nach Baujahr ermöglichte, dass man den älteren Fahrzeugen einen kleinen Vorsprung einräumen konnte.

Die Fahrt ging über den „Weißen Graben“ (bis vor 2 Jahren noch eine gefährliche, kurvenreiche Bergstrecke, benannt nach dem weißen Sand des Urmeeres) und Prambachkirchen ins wildromantische Aschachtal (mit böhmischem Granit) in Richtung Aschach, wo wir nach der Donaubrücke in Landshaag in Richtung St. Martin abzweigten. Beim „Wia'z'Haus“ bei der Bahnstation Neuhaus/Niederwaldkirchen (Geheimtipp von Meindl Leopold sen.) konnten wir noch eine geruhsame Kaffeepause einlegen. In gemütlicher Fahrt ging's durch die hügelige, abwechslungsreiche Mühlviertler Landschaft, vorbei an typisch Mühlviertler Bauernhöfen aus böhmischem Granit, weiter durch das Rodltal bis Rottenegg, wo wir noch zusammenwarteten. Meindl sen. und jun. waren auch hier für eine reibungslose Zu- und Abfahrt behilflich. Meindl sen. ersuchte den Polizei-Postenkommandanten um seine Mithilfe. Dadurch konnte die Oldtimer-Karawane problemlos in die B 127 einbiegen und - ohne weitere Hindernisse - über Urfahr, die Nibelungenbrücke und den Römerberg-Tunnel zum Linzer Schloss vordringen.

Doch in der engen und steilen Römerstraße vor dem Schloss kam der ritterliche Tross ins Stocken:

Der Schranken und das Einfahrtstor ins Linzer Schloss waren geschlossen. Ich meldete, wie vereinbart, das Eintreffen der Oldtimer, aber die „Burgwächter“ meinten, wir sollten umdrehen und beim anderen Tor hereinkommen!! Die „Erstürmung“ der Burg war somit vorerst gescheitert. Doch wie umdrehen? Die Römerstraße war durch die Oldtimer bereits blockiert. Nach Austausch elektronischer Depeschen wurde das Losungswort „PAX“ (=Friede) gefunden und es wurde uns Einlass gewährt. Einige Oldtimer mussten erst wieder Anlauf nehmen, um die Steigung zu schaffen. Dann konnten wir die „Burg“ bzw. die vorgesehenen Parkplätze einnehmen und alles war wieder friedlich. Die meisten Teilnehmer suchten gleich das Restaurant auf, um sich zu entspannen und zu stärken. Die Bewirtung im Schlossrestaurant war rasch und vorzüglich. Die Aussicht vom Restaurant bzw. der Terrasse auf die sonnenbeschienenen Dächer und Türme der Stadt Linz, die Donau mit den beiden historischen Schiffen „SCHÖNBRUNN“ und „TRAISEN“, sowie über Pfenningberg, Lichtenberg („Gis“) bis zum Pöstlingberg beeindruckte alle Teilnehmer. Viele besuchten noch die Technik-Ausstellung. Unser ältestes Mitglied, Herr Ing. Sebastian Auer hat viele seiner Erfindungen und Bastelobjekte dem Schlossmuseum zur Verfügung gestellt. So konnte er seine Exponate persönlich dem Publikum in allen Details präsentieren.

Körperlich und geistig gesättigt und gestärkt machten sich die Teilnehmer mit ihren Oldtimern allmählich auf die Rückfahrt. Über Leonding, Pasching, Oftering und Axberg erreichten wir den Schartener Höhenrücken. Von dieser „Höhenstraße“ hat man südwärts einen herrlichen Ausblick auf die Welser Heide bis zu den Alpen, wo man ganz deutlich den Kleinen und Großen Priel sowie den Traunstein und den Dachstein erkennen kann. Nordwärts reicht der Blick über das Eferdinger Landl, das Obst-Hügel-Land und das Mühlviertel bis zum Böhmerwald. Von Scharten über Kronberg und Herrnholz hatten wir immer das schöne Eferdinger Landl vor Augen. Am Fuße der Schartener Berge in Simbach (bei Fraham) erreichten wir unser abendliches Ziel beim Gasthaus Lindenhof „Moar z'Simbach“. Für das Abendessen gab es wieder Gutscheine des Clubs. Auch hier war die Bedienung rasch und das Essen gut. Der laue Abend lud zum Verweilen und zum Plaudern ein. Nach Abschieds- und Dankesworten und einer kleinen Preisverteilung durch unseren Club-Präsidenten Sepp Strassl fand dieser sonnige Septembertag seinen Abschluss.

Auch ich möchte mich noch bei den Teilnehmern und Helfern bedanken, die mit Geduld und Zuversicht sich meinem handgeschriebenen „Roadbook“ anvertraut haben. Es wunderte mich, dass meine „Handschrift“ für alle gut zu lesen war, und niemand kritisierte, dass der „Aufschrieb“ von unten nach oben (in Fahrtrichtung) zu lesen war - oder wurde das ohnehin als selbstverständlich angesehen?

 

18. September 2010: Donautal Classic, Aschach/D (A)

Der Tourismusverband Aschach/Donau lud zur „Donautal-Classic“ ein. Vormittags war bei kühlem, aber sonnigem Wetter die Fahrzeugpräsentation am Treppelweg am Donauufer. Nachmittags war die Ausfahrt über Öd in Bergen und Haibach ob der Donau zur Jausenstation beim „Steiner Felsen“. Nach 5 min. Fußweg gelangte man zum Aussichtspunkt am Steiner Felsen hoch über der Donau. Von hier aus ist die Schlögener Donauschlinge tief unten eindrucksvoll zu sehen. Die Donau hatte sich vor Urzeiten ihr Bett durch den Mühlviertler (böhmischen) Granit gegraben. Nach der Jause fuhren wir wieder zurück nach Haibach und von dort hinunter zur Donau, wo wir (ausnahmsweise) den sonst nur für Fußgänger und Radfahrer vorbehaltenen Treppelweg benutzen durften. Nach der Rückkehr in Aschach labten wir uns in einem der vielen Gartenrestaurants und Cafés und konnten dann auch unsere Erinnerungsfotos mitnehmen.

 

2. Oktober 2010: Linz, Lange Nacht der Museen (A)

Bei der Vorbereitung zur Herbstausfahrt des OÖMVC wurde ich vom Schlossmuseum Linz ersucht, ob es möglich wäre, für die „Lange Nacht der Museen“ einige Oldtimer als „Blickfang“ auszustellen. Die Clubmitglieder stellten insgesamt 12 PKW und 1 Motorrad der Baujahre 1903 bis 1940 zur Verfügung. Als Besonderheit konnte ich ein TATRA-Fahrgestell vom Typ 57 A mit Zentralrohrrahmen zwischen meinen beiden TATRAs (57 Sport „Hadimrška“ und 57 A Halbcabrio) präsentieren, um zu zeigen, wie damals TATRA-Chefkonstrukteur Hans Ledwinka gute Fahreigenschaften mit einem Minimalismus beim Fahrwerk kombinierte.

Wegen des großen Interesses beim Publikum wurden wir vom Direktor der Linzer Museen eingeladen, wieder eine Oldtimer-Ausfahrt im Zusammenhang mit dem Schlossmuseum Linz zu veranstalten.

 

9. Oktober 2010: Herbstausfahrt Waisenegg, Stmk., (A)

In der kleinen steirischen Ortschaft Waisenegg (Bezirk Weiz) gibt es einen großen, sehr rührigen Oldtimerclub. Hier ist auch der älteste in Österreich in Betrieb befindliche TATRA 11 (Bj. 1923) beheimatet. Zum Saisonabschluss wurde ich in die hügelige steirische Weinlandschaft eingeladen. Etwa 10 Oldtimer trafen sich zu einer Ausfahrt über ca. 80 km. Großen Seltenheitswert hatte der Panhard PL 17 „Tigre“, 2-zyl., 2-Takt, 850 cm3, 50 PS, Bj. 1962, mit modern anmutender Stromlinienkarosserie, den das Clubmitglied Johann Weber hervorragend restaurierte. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: ein Clubmitglied führte uns fachkundig durch die große Dorfkirche St. Stefan in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hofkirchen bei Hartberg.

In einem Weinlokal bei Dienersdorf fand diese Ausfahrt eine gemütlichen Abschluss.

 

23. bis 26. Oktober 2010: PS-Show Wels (A)

Alljährlich findet in den Welser Messehallen die „PS-Show“ statt. Hier werden aktuelle Kraftfahrzeuge mit allen Neuheiten und auch vielerlei Zubehör präsentiert. Dieses Jahr wurde der OÖMVC eingeladen, auch Oldtimer seiner Clubmitglieder auszustellen. In 2 Messehallen wurden etwa 40 PKW und etwa 20 Motorräder aus über 100 Jahren Automobilgeschichte aufgestellt. Es waren unter anderem ein Oldsmobile Bj. 1903, ein großer Peugeot Bj. 1906, ein TATRA 57 Sport Bj. 1934 mit dazupassendem Fahrgestell, sowie 3 STEYR 50 „Baby“ in verschiedenen Restaurierungsstufen zu sehen. Das Interesse des Publikums für diese Oldtimerschau war groß. Überraschenderweise hat besonders die Jugend großes Interesse am Einblick in die Fahrzeugtechnik des vorigen Jahrhunderts, sowie auch an der sorgfältigen Restaurierung von Oldtimern gezeigt. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass die Oldtimerpräsentation auch künftig ein ergänzender Bestandteil der Welser „PS-Show“ wird.

 

23. Oktober 2010: Aschach - Böhmerwald (A)

Nachdem meine Oldtimer bei der PS-Show bereits platziert waren, konnte ich an der Saisonabschlussfahrt des MVVA (Motor-Veteranen-Vereinigung Aschach/D) mit meinem TATRA 57 A Halbcabrio teilnehmen. Da ich mit dem ältesten Fahrzeug teilnahm, befürchtete man, dass ich verloren ginge, wenn ich hinten nachfahre. So wurde ich direkt hinter dem Führungsfahrzeug eingereiht. Einige Citroen 2 CV fuhren dahinter, gefolgt von VW, Opel, Mazda etc. Da musste sich das Führungsfahrzeug aber gehörig sputen, denn die schwächeren Fahrzeuge mussten vor Steigungen immer genug Schwung holen. Über die Donaubrücke und St. Martin fuhren wir zur Burg Neuhaus. Leider war der Zugang gesperrt, sodass wir diese hoch über der Donau thronende mittelalterliche Burg nur von außen bestaunen konnten. Weiter ging's über Neufelden zum Gasthaus „Teufelsmühle“ an der Großen Mühl zum Mittagessen. Auf Nebenstraßen gelangten wir schließlich über Aigen im Mühlkreis und Ulrichsberg zum „Moldaublick“. Wir bestiegen den eisernen Aussichtsturm, der aus einem ehemaligen Bohrturm aus Zistersdorf entstand. Als dieser Turm errichtet wurde, war dies für viele die einzige Möglichkeit, einen wehmütigen Blick ins Böhmerland, der Heimat von Adalbert Stifter und anderen Böhmerwäldlern und auf den Moldaustausee zu werfen. Jetzt ist dieser Teil des Böhmerwaldes wieder zugänglich. Es entstand hier der Gedanke, auch einmal eine Oldtimer-Ausfahrt rund um den Moldaustausee zu veranstalten. Dann ging's wieder zurück nach Aschach, wo wir uns verabschiedeten.

 

28. Oktober 2010: Leonding - Linzer Rundschau (A)

Nach der „PS-Show“ hatte ich meine TATRAs schon „eingewintert“, als ich einen Anruf erhielt, dass eine Redakteurin der „Linzer Rundschau“ einen Bericht über den Leondinger Oldtimerclub verfassen will. - Also schnell zur „Wintergarage“, die Kennzeichen wieder montieren, Batterie einbauen und Benzin einfüllen, warm anziehen - und so kam ich noch rechtzeitig bei den schon wartenden Oldtimern an. In der „Linzer Rundschau“ Nr. 44 vom 4. November 2010 ist ein ausführlicher Bericht über diesen Oldtimerclub zu lesen. Was bei anderen Zeitungen oft ein Problem ist, war durch die Initiative der Redakteurin eine gute Imagepflege auf beiden Seiten.

 

Saisonschluss (Winterpause):
Jetzt war aber wirklich Schluss mit Oldtimerausfahrten für dieses Jahr.
Meine TATRAs warten nun „eingewintert“ in einer Garage auf den nächsten Frühling.

 

6. und 7. November 2010: Teilemarkt Neuruppin (D)

Da ich in Neuruppin (nordwestlich von Berlin) Verwandte habe, war es naheliegend, dass ich auch den größten Oldtimer-Flohmarkt Ostdeutschlands besuche. Der Herbst war schon deutlich spürbar, aber nur echte Oldtimerfreunde haben die Ausdauer, um bei kaltem, regnerischem Wetter im Freigelände nach Schnäppchen zu suchen. Neben vielen DDR-Produkten sind hier auch viele Ersatzteile aus dem ehemaligen Ostblock zu finden. So konnte ich einige Teile (zum Teil sogar neue aus Lagerbestand) für meine TATRAs erstehen.

 

Schlussbemerkung:

Ich möchte mich bei allen Oldtimerfreunden bedanken, die mich zu Oldtimer-Ausfahrten und Exkursionen eingeladen und mich bei der Lösung von Problemen unterstützt haben.

Helmut Hoffmann

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